Da ich einmal vergessen habe zu posten – und anscheinend gerade langsam lese, heute zwei 100-Wort-Reviews in einem Post:
Dicke Artussagenromane, die ich in Second-Hand-Kaufhäusern finde, sind ja mein Hobby. Erwarte ich hohe Literatur? Nein. Hier war diese Erwartung angemessen: Das Buch liest sich wie ein typischer Historienroman mit aus der Zeit gefallenen (aka zu modernen) Protagonistin. Vom Stil und Genre her kann ich nichts bemängeln, es liest sich leicht und kam mir beim Lesen nicht langatmig vor. Trotzdem meine Kritik: Obwohl das Love Interest Sir Gawain ist und das Motiv des Grünen Ritters sehr früh aufkommt, wird die Sage zugunsten der Romance im letzten Viertel (?) des Buchs abgehandelt. 4/10 Schwertern, weil es einfach nicht mein Genre ist.
Was könnte ich an „National Treasure“ Stephen Fry kritisieren? Denn obwohl ich bisher keinen von seinen Romanen mochte, sind Mythos, Heroes und Troy wahre Schätze, die mit Humor, kurzweilig und korrekt griechische Mythen neu erzählen und gelegentlich in den Fußnoten um sprachliche und kulturelle Details ergänzen. Man fühlt sich so, als würde Fry direkt zu einem sprechen und man hat seine Stimme im Ohr, wenn er gewisse „Helden“ nicht ganz so glorreich dastehen lässt. Eine Moral liest sich für den modernen Leser leicht heraus: Krieg ist, wenn niemand gewinnt. 10/10 Holzpferden für eine Zusammenfassung der Ilias, die jeder lesen sollte.
