Nach einiger Lesepause (wobei, die Pause keine Pause sondern ein sehr langes Buch war) kann ich heute meine letzten 2 Lesemonate zusammenfassen.
Was kann man über Babel sagen, außer „lies es“. Ich musste von Cover und Beschreibung einfach angezogen sein: ich habe Sprachen studiert und das Ziel meiner ersten großen Reise war Oxford. Übersetzer sind die Magier dieser Welt, denen Magie entsteht aus den Bedeutungsfeinheiten von Wortpaaren, die in Silber geprägt werden. Übersetzung kann nur an einer Universität im Herzen des viktorianischen, britischen Empires studiert werden: Oxford. Ein Leseabenteuer, das vertraut klingende Elemente zu etwas völlig Neuem mit deutlicher Kolonialismus-Kritik verbindet. 10/10 Silberbarren für alles, was ich in einem Buch brauche und die vielen Seiten, die mich fast einen Monat verzaubert haben.
The Bookeaters stand lange auf meiner Leseliste, bis ich es dieses Weihnachten bekommen habe. Auf Anhieb wusste ich nicht mehr, über welche Wunschliste es bei mir gelandet war, aber beim Lesen habe ich schnell gemerkt: mehrere. Die „Buchesser“ sind eine nie völlig erklärte Spezies, die nur menschliche aussieht, sich aber vom Essen von Büchern und Papier ernährt. Ihre abgeschottete Gesellschaft funktioniert nach strengen Regeln, aus denen die Protagonistin ausbricht, um ihren Sohn, einen „Mindeater“ vor seinem vorbestimmten Schicksal zu retten. Schnell zu lesen, aber spannend bei jeder Wende und Rückblende. 8/10 Büchersnacks für das originelle Konzept und das queere Ende.
In meiner Reise durch die Queer Fantasy war Urban Fantasy Goes Queer ganz oben auf der Liste. Allein der Titel lässt mich wünschen, ich hätte früher angefangen, mich mit Kurzgeschichten schreiben zu beschäftigen. Aber auch als Lesende ist diese Anthologie ein Traum. Wie mit allen Sammelbänden kann man sich natürlich nicht für jede Story begeistern, aber objektiv ist es eine Sammlung mit toller Bandbreite, vielfältigen Identitäten und mir ist nichts vergleichbares bekannt. Schließlich ist das das erste/einzige, was bei einer Suche nach Queer Fantasy Büchern direkt aufkommt. Meine Lieblinge waren „Lockfrequenzen“, „Nzinga die Pionierin“ und „Der Homunculus“. 9/10 fürs Alles-Richtig-Machen.
